Materialien

Sozialtraining „Gewaltfreies Miteinander“ an einer beruflichen Schule (Hessen)

Qualitätsweiterentwicklung

Anhand welcher Merkmale lässt sich der Erfolg erkennen?

Für eine Evaluation müssen die allgemeinen Ziele – wie unter den Punkten 1.2 und 3.7 dargestellt - ausdifferenziert und konkretisiert werden. Für die Zielsetzungen müssen Kriterien und Indikatoren entwickelt werden im Sinne von:
„Woran können wir feststellen, ob ein bestimmtes Ziel erreicht wurde?“

Konkrete Zielsetzungen sind z.B.

Unterschieden werden müssen auch kurz-, mittel- und langfristig erreichbare Zielsetzungen. Bei manchen Zielsetzungen, wie z.B. „Sensibilisierung für Gewaltsituationen“ und „Hinterfragen des Gewaltbegriffs“ lässt sich ein Erfolg unmittelbar erkennen, bei anderen aber wie „Förderung sozialer Kompetenzen“ wird ein Erfolg erst mittel- und langfristig deutlich werden.

Für eine erste Evaluation wurden bisher unterschiedliche Verfahren bei unterschiedlichen Zielgruppen eingesetzt:

Die schriftliche Befragung der Schülerinnen und Schüler wie auch der Lehrkräfte nach der Lehrerfortbildung bezog sich dabei schwerpunktmäßig auf Inhalte, Organisation und Durchführung des Projekttages.

Die mündlichen Befragungen der Schülerinnen, der Lehrkräfte und des Schulleiters fokussierten stärker die mittel- und langfristigen Zielsetzungen des „Sozialtrainings“.

Mit dem Schulleiter wurden darüber hinaus Fragen bezüglich der

Die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Befragungen sind unter 4. „Zwischenbilanz“ dargestellt.

Aufgrund des kurzen Zeitraums zwischen der Durchführung der Projekttage und der Befragungen kann sich die Evaluation hauptsächlich erst auf den Verlauf des Projekttages beziehen. Hier ergab sich bei allen befragten Zielgruppen eine hohe Akzeptanz. Die Zielsetzungen „Sensibilisierung für Gewaltsituationen“, „Hinterfragen des Gewaltbegriffs“, „Training von Empathie“ wurden erreicht.
Der Feedbackbogen für die Schülerinnen und Schüler, den die Projektgruppe nach einigen Revisionen entwickelt hat, erfüllt wichtige Ansprüche an ein Evaluationsinstrument. Er liefert wichtige Informationen, ist klar und knapp zusammengestellt, leicht zu verstehen und auszufüllen und einfach auszuwerten.
Das Erfahrungen des Projekttages entsprechen voll den Intentionen der Projektgruppe.

Verhaltensänderungen festzustellen und sie auf eine bestimmte Maßnahme wie das „Sozialtraining“ zurückzuführen, ist prinzipiell schwierig, aber nicht unmöglich. Indikatoren hierfür zu entwickeln und die Auswirkungen des „Sozialtrainings“ kontinuierlich zu überprüfen, ist z.B. unabdingbar, um die Aufnahme des Projekts in das Schulprogramm zu begründen.

Ein guter Indikator für mittel- und langfristige, d.h. nachhaltige Wirkungen des „Sozialtrainings“ kann der Umgang mit dem „Klassenvertrag“ sein unter dem Aspekt, inwieweit Ergebnisse des Sozialtrainings in den Klassenalltag mitgenommen werden:

Eine systematische Evaluation sollte diesen und/oder ähnlichen Fragen in bestimmten Zeitabständen nachgehen, den „Klassenvertrag“ bestätigen bzw. gegebenenfalls revidieren.

In die Evaluation des „Sozialtrainings“ sollten weitere Zielgruppen, z.B. bei minderjährigen Schülerinnen und Schüler auch die Eltern, einbezogen werden. Auch der Kontakt mit den betrieblichen Ausbildern sollte gesucht werden.

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